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Das Planungsarbeitsblatt

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In diesem Beitrag soll die Funktion des Planungsarbeitsblattes aufgezeigt werden. Hierbei wird bereits die Sichtung des Beitrags zum Thema Bestellarbeitsblatt vorausgesetzt, sodass die verschiedenen Planungsarten auf der Artikelkarte in diesem Beitrag keine genauere Betrachtung mehr finden. 

Das Planungsarbeitsblatt wird verwendet, um die Produktionsprogrammplanung und die Nettobedarfsplanung im ERP-System nutzen zu können. Die Produktionsprogrammplanung errechnet aufgrund der aktuellen Kundenaufträge den bedarf an Artikeln die bestellt, gefertigt oder montiert werden müssen. Die Nettobedarfsrechnung setzt auf die Produktionsprogrammplanung auf und errechnet den Komponentenbedarf der Fertigungs- bzw. Montageartikel.

Da die Nutzung des Planungsarbeitsblattes in seiner Funktion viele Möglichkeiten der Planung unterstützt, soll nachfolgend die Thematik an einem einfachen Beispiel aufgezeigt werden. 

Planungsparameter auf der Artikelkarte

Die Planungsparameter auf der Artikelkarte im Inforegister Planung haben einen erheblichen Einfluss auf das Verhalten des Planungsarbeitsblattes. Die Parameter geben vor, wie ein Artikel neu beschafft werden soll und sind im Beitrag Bestellarbeitsblätter nutzen bereits beschrieben worden. Die hier eingetragenen Daten bestimmen die Planung des Artikels. Dabei ist zu beachten, dass diese Felder von evtl. vorhandenen Lagerhaltungsdaten an Gültigkeit überschrieben werden können. Lagerhaltungsdaten werden z. B. dann eingesetzt, wenn eine Position über verschiedene Lagerorte hinweg geplant werden muss.

In dem unten aufgeführten Beispiel wurde für den Artikel 1000 Tourenrad der Cronus AG das Wiederbeschaffungsverfahren auf Auffüllen auf Maximalbestand eingestellt. Wird also ein Bedarf ausgelöst und hierdurch der eingerichtete Meldebestand unterschritten, so wird erwartet, dass das Planungsarbeitsblatt die Fertigung für den Artikel so vorschlägt, dass die Menge von 50 im ERP-System erreicht wird, der Bestand also aufgefüllt wird.

Planungsparameter Tourenrad Cronus AG

Das Planungsarbeitsblatt vorbereiten

Bevor eine Planung ausgeführt werden kann, ist für einen entsprechenden Bedarf im ERP-System zu sorgen. Der Artikel 1000 Tourenrad liegt mit der Menge 10 im Lager und wird in menge 5 aktuell gefertigt. Insgesamt liegt ein Bedarf aus Verkaufsaufträgen von 31 Stück vor, sodass weitere Fertigung geplant werden muss, um die nötigen Bedarfe erfüllen zu können.

Um eine Neuplanung auszuführen, ist das Planungsarbeitsblatt zu öffnen. Dies kann entweder leicht über die bekannte Suchoption, oder mit Hilfe des Abteilungsmenüs unter Abteilungen/Produktion/Planung/Arbeitsblätter/Planungsarbeitsblätter aufgerufen werden. Dabei ist es in diesen, wie in den Bestellarbeitsblättern auch, möglich, verschiedene Planungsblätter anzulegen, um gefilterte Planungen voneinander zu trennen. 

Um eine Planung zu beginnen, ist die Menüaktion Neuplanung berechnen im Planungsarbeitsblatt auszuführen. Diese sorgt für eine vollständige Neuplanung aller berücksichtigten Artikel im ERP-System. Das bedeutet, dass, solange kein Filter in der Auswahl eingesetzt wird, alle Artikel in der Datenbank berücksichtigt werden. Das ERP-System erstellt aufgrund der Planung Zeilen gegen unbegrenzte Kapazitäten. Das bedeutet, das bekannte Kapazitäten der Arbeitsplatzgruppen oder Arbeitsplätze nicht berücksichtigt werden. Zudem löscht diese Art der Planung bereits vorhandene Inhalte aus Bestellarbeitsblättern sowie automatisch erstellte Fertigungsaufträge.

Wird die Menüaktion Neuplanung berechnen ausgeführt, so können weitere Optionen auf einer Auswahlseite getroffen werden. Diese dienen dazu, die Planung zu spezifizieren. Ihre wichtigsten Felder werden nachfolgend aufgeführt:

  • Prod.-Programmplanung berücksichtigt, wenn aktiv, die Produktionsprogrammplanung der zu planenden Positionen.
  • Nettobedarf berücksichtigt, wenn aktiv, die benötigten Komponenten für Ergebnisse der Produktionsprogrammplanung.
  • Startdatum definiert den Beginn einer Planung im System. Jede Bestellung oder Lieferung, die vor einem Datum liegen, werden vom System als Teil des Lagers oder offene Bestellung betrachtet. Das System geht also davon aus, dass die in der Vergangenheit geplanten Belege terminiert eingehalten werden.
  • Enddatum definiert das Ende einer Planungsperiode. 
  • Abbrechen und erste Fehler anzeigen sorgt dafür, dass bei Auftreten eines Fehler die gesamte Planung direkt abgebrochen wird. Zudem wird ein Fehler in diesem Zusammenhang deutlich gemacht, sodass ein Anwender bei Bedarf reagieren kann.
  • Planung verwenden lässt es zu, einen Bedarfsplan, also Absatzplan, für eine Planung zu berücksichtigen.
  • Planung ausschließen gibt ein Datum an, vor dem kein Bedarf berücksichtigt werden soll.
  • Planungsparameter für Ausnahmeplanung berücksichtigen berücksichtigt Änderungen der Planungszeilen. Wenn nicht aktiviert, werden Planungszeilen mit Ausnahmewarnungen nicht geändert, sondern nur die genaue Bedarfsmenge vorgeschlagen.
Unterhalb der Auswahloptionen lassen sich bei Bedarf die zu planenden Artikel filtern, sodass bei einer Neuplanung nicht alle Artikel der Datenbank berücksichtigt werden. Dies ist vor allem dann sinnvoll, wenn nach Artikelgruppen oder Kategorien geplant werden- oder einer zu langen Planungszeit entgegen gewirkt werden soll.

Eine Planung ausführen

Nach einer Bestätigung der Planungseigenschaften wird das ERP-System nach angegebenen Optionen eine Neuplanung berechnen. In dem hier angegebenem Beispiel werden zwei neue Zeilen erzeugt. Wie erwartet, wurde due Menge von 50 für den Artikel 1000 in der Planung berücksichtigt. Dies ist genau die Menge, die nach angegebenen Planungsparametern des Artikels 1000 Tourenrad auf das Lager gelegt werden soll, wenn der Bestand von 20 unterschritten wird. 

Die erste Zeile indes wird als Notfall beschrieben. Diese Art der Warnung wird in folgenden beiden Fällen angegeben:

  • Der Lagerbestand ist zum Startdatum der Planung negativ.
  • Es gibt Beschaffungs- bzw. Bedarfsereignisse im ERP-System, die in der Vergangenheit liegen.

Zusätzlich zur Warnungsart Notfall können zwei weitere Warnungsarten unterschieden werden:

  • Ausnahme wird angegeben, wenn der voraussichtliche Lagerbestand unter dem Sicherheitsbestand fällt oder unter dem Meldebestand angesiedelt ist.
  • Achtung gibt an, dass das geplante Startdatum vor einem Arbeitsdatum liegt, oder ein bereits vorhandener Beschaffungsbeleg angepasst wird. Das kann z. B. eine Mengen- oder Datumsänderung in einer Einkaufsbestellung sein.

 

Eine Planung übernehmen

Eine vom ERP-System angegebene Planung kann nach Ausführung vom Anwender bearbeitet werden. Dabei ist zu beachten, dass nur jene Planungszeilen berücksichtigt werden, die Ereignismeldung akzeptieren als Ja gekennzeichnet haben. Dieser Haken ist automatisch für Neuplanungen gesetzt, die ohne Warnungsart geplant werden konnten. Warnungszeilen, werden ausgenommen, sodass keine Änderungen berücksichtigt werden, die vom Anwender nicht vorgesehen wurden. Es empfiehlt sich, die vom ERP-System geplanten Zeilen zu sichten, bevor einer Planung zugestimmt wird.

Um die geplanten Zeilen zu übernehmen, wird die Menüaktion Ereignismeldung durchführen verwendet. Mit Hilfe dieser Funktion lassen sich vom ERP-System geplante Zeilen als Fertigungsaufträge, Montageaufträge, Einkaufsbestellungen oder Umlagerungen anlegen und nutzen.

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