In diesem Beitrag soll die Verwendung von Preislisten, Rechnungs- und Zeilenrabatte, sowie die Verwendung eines Artikels im Verkaufsbereich in Business Central näher betrachtet werden.
Genau wie der Debitorenstamm (siehe: Der Debitorenstamm) ist der Artikelstamm (siehe: Der Artikelstamm) und seine hinterlegten Informationen, maßgeblich für den vertrieblichen Ablauf von Nöten. Beide bilden die Basis für ein funktionierendes Vertriebsgeschäft. Ausgehend davon, dass die bereits erklärten Grundlagen des Artikels und auch des Debitors bereits bekannt sind, sollen nun die wichtigsten Felder und Seiten aufgezeigt werden, die im Bereich Vertrieb benötigt werden, um einen Artikel erfolgreich zu verkaufen.
Inhalt
Artikelstamm im Verkauf
Neben den Debitoren, Preisen und Rabatten, bildet der Artikelstamm, wie anfangs bereits erwähnt, das Fundament einer jeden Warenbewegung. So ist es nicht verwunderlich, dass er auch für das Vertriebsmodul unerlässlich erscheint. Da der Artikelstamm bereits vorgestellt wurde (siehe: Der Artikelstamm) werde ich mich hier auf die für den Verkauf wichtigsten Parameter beschränken.
- VK-Preis im Inforegister Preise und Verkauf gibt den Preis einer Einheit des Artikels an. Er dient als Vorschlagewert für den eigentlichen Artikelpreis beim Erfassen einer Verkaufszeile. Dieser Preis wird herangezogen, wenn kein abweichender Preis auf der Ebene Debitoren, Debitorenpreisgruppen oder Kampagnen eingetragen ist.
- Verkaufseinheitencode im Inforegister Preise und Verkauf gibt die Einheit vor, in der der Artikel im Vertrieb verkauft werden soll. Diese Einheit kann unabhängig der eingetragenen Basiseinheit sein.
- Rech.-Rabatt zulassen im Inforegister Preise und Verkauf lässt es zu, dass für den Artikel ein Rechnungsrabatt im Verkauf oder Einkauf genutzt werden soll.
- Artikelrabattgruppe im Inforegister Preise und Verkauf gibt eine Artikelrabattgruppe an, die Artikel zusammenfasst, für die ein gleicher Zeilenrabatt für den verkauf an einen Debitor vorgesehen sind.
Ebenso werden zum Buchen die allgemeinen Buchungsfelder Produktbuchungsgruppe, Lagerbuchungsgruppe und MwSt.-Produktbuchunhsgruppe benötigt. Diese sind im Inforegister Einstandspreise und Buchung zu finden.
Referenzen
In manchen Fällen ist es nötig, externe Artikelnummern, Barcodes oder GTINs für verschiedene Einheiten eines Artikels zu erfassen. Diese Informationen lassen sich in den Artikelreferenzposten hinterlegen, die über die Schaltfläche Referenzen am Artikelstamm aufgerufen werden können.
Hierbei kann in der Spalte Referenzart der Wert Debitor, für z. B. eine Debitorenartikelnummer, der Wert Barcode für z. B. eine GTIN, der Wert Kreditor, für z. B. eine Kreditorenartikelnummer und der Wert “Leer” für eine unspezifische Hinterlegung gewählt werden. Die Referenzartennummer beschreibt, je nach Auswahl der Referenzart, eine Debitor- oder Kreditorennummer. In der Spalte Referenznummer kann anschließend die externe Nummer eingegeben werden, die, nach Bedarf je Einheit, dem Artikel als Referenz zugefügt werden soll. Die Referenznummer für die Referenzart Debitor kann so z. B. auch anstatt einer internen Artikelnummer in einer Verkaufszeile erfasst werden.
Verkaufspreislisten
In der Artikelkarte wird das Feld VK-Preis als Vorschlagswert für einen Verkaufspreis in Auftragszeilen herangezogen. Zur weitern Nutzung für Preise und Rabatte, gibt es in Business Central ein umfangreiches Preisberechnungsmodul, über das, im Rahmen der Möglichkeiten, entsprechende Verkaufskonditionen gepflegt werden können. Dabei ist die Funktion für den Verkauf, wie auch für den Einkauf (siehe: Die Verwendung von Einkaufsartikeln, Preisen und Rabatten) in ähnlicher Weise umgesetzt, sodass sich die Einrichtung ähnlich verhält.
Das Preismodul in Business Central stellt drei eindeutige Möglichkeiten der Preisberechnung bereit, welche vom Nutzer eingerichtet und genutzt werden können:
- Verkaufspreise (Ein eindeutiger VK-Preis, der in hinterlegten Verkaufspreislisten gepflegt werden kann.)
- Zeilenrabatte (Eindeutige Zeilenrabatte für Positionen, die ebenfalls in Verkaufspreislisten gepflegt werden können.)
- Rechnungsrabatte (Ein Rechnungsrabatt, der für den gesamten Beleg herangezogen wird.)
Verkaufspreise und auch Zeilenrabatte können jeweils über einen Debitor- oder aber auch über einen Artikel selbst gepflegt werden. Die entsprechenden Listen sind über Schaltflächen der der Menüleiste aufzurufen. Entsprechend der hinterlegten Preise und Rabatte werden diese, wenn gültig, in einer Auftragszeile berücksichtigt.
Verkaufspreislisten können leicht mit Hilfe der bekannten Suchfunktion im ERP-System gefunden und mit Hilfe der Menüfunktion Neu aus der Übersicht der Verkaufspreislisten angelegt und anschließend mit Inhalt gefüllt werden, sodass gültige Preise für den Verkauf hinterlegt werden können. Der Aufbau der Verkaufspreisliste entspricht dabei fast vollständig die der Einkaufspreisliste, sodass auf eine detaillierte Feldbeschreibung an dieser Stelle verzichtet wird. Im Kopf einer Verkaufspreisliste lassen sich allgemeine Informationen wie z. B. Gültigkeit oder Status angeben. In den Zeilen werden, je nach Definition einer Liste oder Zeile einer Verkaufspreisliste, Verkaufspreise, Rabatte oder beide Angaben in einer Zeile angegeben.
Verkaufspreise und Rabatte lassen sich hier nicht nur für einzelne oder alle Debitoren, sondern auch für Debitorenpreisgruppen, Debitorenrabattgruppen und Kampagnen hinterlegen. Dabei können die zu nutzenden Ebenen im Kopf einer Verkaufspreisliste im Feld Zuweisen zu Typ oder im gleichnamigen Feld in den Verkaufspreislistenzeilen festgelegt werden:
- Debitor: Preis / Rabatt gilt für einen bestimmten ausgewählten Debitor;
- Alle Debitoren: Preis / Rabatt gilt für alle Debitoren;
- Debitorenpreisgruppe: Preis ist für eine Gruppe von Debitoren gültig;
- Debitorenrabattgruppe: Rabatt ist nur für eine Gruppe von Debitoren gültig;
- Kampagne: Preis / Rabatt ist im Rahmen der zu nutzenden Marketingkampagne gültig.
In einer Verkaufspreisliste können Mengenstaffeln, Gültigkeitsperioden, einheitenabhängige- oder währungsabhängige Preise definiert werden. Zusätzlich kann die Gültigkeit einer Zeile von einer angegebenen Gültigkeit im Kopf einer Verkaufspreisliste unabhängig sein, sodass z. B. historische Preiseinträge mit Start- und Enddatum gepflegt und berücksichtigt werden können.
Beim Erfassen eines neuen Verkaufsangebots oder Verkaufsauftrags erfolgt die Berechnung des gültigen hinterlegten Preises bzw. der Kondition völlig automatisch. Werden nach Einfügen der Positionen im Auftrag Änderungen an diesen z. B. in ihrer Menge getätigt, so wird der neue gültige Preis, sofern er hinterlegt ist, herangezogen. In manchen Fällen kann mehr als nur ein Verkaufspreis als gültig im ERP-System hinterlegt sein. Ist dies der Fall, so wird der jeweils günstigste Preis von Business Central bevorzugt.
Debitorenpreisgruppen werden in einer eigenen Liste unter Abteilungen/Verkauf und Marketing/Einrichtung/Debitor/Debitorenpreisgruppen gepflegt. Neben einem eindeutigen Code für eine Gruppe lässt sich hier auch definieren, ob Rechnungsrabatt oder Zeilenrabatt generell für eine Preisgruppe zugelassen werden darf. Auf der Seite ist über Debitorenpreisgruppe/VK-Preise die hinterlegte Preisverwaltung der ausgewählten Gruppe zu sehen. Die Bearbeitung gültiger Preise einer Gruppe erfolgt in einer eigens für die Gruppe erstellten Verkaufspreisliste. Eine für einen Debitor gültige Debitorenpreisgruppe wird auf der Debitorenkarte im Inforegister Fakturierung im Feld Debitorenpreisgruppe bestimmt.
Rechnungsrabatte
Rechnungsrabatte dienen der Abbildung eines gesamten Rabatts eines Verkaufsbelegs und werden, anders als die Verkaufspreise und Rabatte, über einen Debitor direkt gesteuert, hier im Rechnungsrabattcode auf der Debitorenkarte. Bei Anlage eines neuen Debitors wird das Feld automatisch mit der Debitorennummer vorbelegt. Gibt es im ERP-System später mehrere Debitoren, auf die ein gemeinsamer Rabattcode zugelassen werden soll, so kann derselbe Code für diese Kunden hinterlegt werden.
Debitorenrechnungsrabatte lassen sich über den Debitor unter Zugehörig/Preise und Rabatte/Rechnungsrabatte öffnen und bearbeiten. Rabatte werden dabei pro Währung vergeben, wobei die Mandantenwährung gültig ist, wenn das Feld für die Währung leer bleibt. Durch die Eingabe von Minimalbeträgen besteht die Möglichkeit, eine Betragsstaffel festzulegen, die den gesamten Wert einer Bestellung betrifft.
Neben der Nutzung von Rabatt und Minimalbeträgen ist die Hinterlegung einer Servicegebühr ebenfalls möglich, was nützlich sein kann, wenn einem Kunden für eine bestimmte Menge einer Bestellung eine Bearbeitungsgebühr in Rechnung gestellt werden soll. Damit die Gebühr später fakturiert werden kann, wird sie automatisch als neue Position in einem Auftrag angelegt.
Um ein automatisches Berechnen des Rechnungsrabatts zu aktivieren, ist es notwendig, in Einrichtung Debitoren und Verkauf das Feld Rechnungsrabatt berechnen zu aktivieren. Andernfalls muss die Berechnung manuell im Beleg mit der Schaltfläche Rechnungsrabatt berechnen ausgeführt werden.